Schaffe Leere bis zum Höchsten!
Wahre die Stille bis zum Völligsten!
Alle Dinge mögen sich dann zugleich erheben.
Ich schaue, wie sie sich wenden.
Die Dinge in all ihrer Menge,
ein jedes kehrt zurück zu seiner Wurzel.
Rückkehr zur Wurzel heißt Stille.
Stille heißt Wendung zum Schicksal.
Wendung zum Schicksal heißt Ewigkeit.
Erkenntnis der Ewigkeit heißt Klarheit.
Erkennt man das Ewige nicht,
so kommt man in Wirrnis und Sünde.
Erkennt man das Ewige,
so wird man duldsam.
Duldsamkeit führt zur Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit führt zur Herrschaft.
Herrschaft führt zum Himmel.
Himmel führt zum SINN.
SINN führt zur Dauer.
Sein Leben lang kommt man nicht in Gefahr.
Laotse
13. Januar 2012Denk mal nach ……..
13. Januar 2012„Die reinste Form des
Wahnsinns ist es,
alles beim Alten zu lassen
und gleichzeitig zu hoffen,
dass sich etwas ändert.“
Albert Einstein 1879 – 1955
Erst der Schnee und dann das Wasser
16. Januar 2011Unsere Welt
16. Januar 2011Rettung der Welt
Was Sie sofort tun können: Zehn Empfehlungen
Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; hören Sie auf, Europapolitikern zu glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume; haben Sie Spaß dabei: Die Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen.
Von Harald Welzer
1.Selber denken.
2. Trauen Sie endlich Ihrem Gefühl, dass um Sie herum ein großes Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilität, aber das Stück ist eine Farce: Immerfort treten dicke Männer auf und brüllen „Wachstum!“, Spekulanten spielen Länderdomino, und dauernd tänzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern über die Bühne. Das Publikum ist genervt und wütend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?
3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden größer, wenn immer mehr gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft wächst?
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4. Suchen Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und Freunden nach Antworten. Zum Beispiel: Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in fremde Taschen wandert. Weil viele börsennotierte Unternehmen staatsferne Parallelgesellschaften bilden.
5. Beschließen Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre Antworten Sie beunruhigen.
6. Fangen Sie damit an, aufzuhören. Hören Sie auf, Europapolitikern zu glauben. Hören Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten zu glauben. Und hören Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos erzählen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So etwas gibt es in Demokratien nicht.
7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr jeden Blödsinn tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume. Sie leben in einem der reichsten Länder der Erde, Sie sind hervorragend ausgebildet, Sie haben Spaß am Leben und finden sich ganz gut. Warum zum Teufel machen Sie jeden Tag dasselbe und nie etwas anderes?
8. Wie Sie Ihre Spielräume nutzen sollen? Schauen Sie sich einfach an, was andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ansätze und Projekte: Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsgärten, fairen Konsum, lokale Währungen, großartige Stiftungen, Unternehmen, die sich dem Wachstumszwang verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist sind. Forschen Sie für eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft sind. Wechseln Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen Sie anders ein, falls Sie ein Restaurant haben. Fragen Sie, wo der Fisch herkommt, wenn Sie essen gehen. Interessieren Sie sich für die Zukunft Ihrer Schüler, falls Sie Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie mit einem Kindergarten, wenn Sie ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans Höllenfeuer, wenn Sie einem der vier großen Energiekonzerne vorstehen. Produzieren Sie cradle to cradle, wenn Sie eine Fabrik besitzen. Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich für intellektuell halten.
9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugehören, wo Sie stolz sagen können: „Wir machen das anders!“ Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einfällt. Zukunftsfähig zu sein bedeutet das Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu handeln.
10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie Spaß dabei. Vergessen Sie das „5-vor-12“-Blabla der Ökobewegung und das Gerede von der „Weltgemeinschaft“ und der Notwendigkeit globaler Lösungen. Niemand hat an Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: „Lars, du bist zu uns gekommen, um die Welt zu retten!“ Es genügt völlig, wenn Sie beginnen, mit Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll und zukunftsfähig umzugehen. Das aber bitte gleich.
Stornieren Sie Ihre nächste blöde Flugreise (Sie wollen da sowieso nicht hin), bestellen Sie Ihr nächstes Auto erst gar nicht (es wird Sie unglücklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie glücklicher), kaufen Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat irgendjemand zu wenig bekommen). Säbeln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen Sie Ihren Kindern oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben ändern werden. Das wird Ihnen helfen, es tatsächlich zu tun (denn jetzt können Sie nicht mehr zurück).
Harald Welzer, 52, lehrt am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und veröffentlichte zuletzt mit Claus Leggewie „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“ (S. Fischer).
Text: F.A.S.
Bad Salzuflen im Herbst
24. Oktober 2010Meditation
17. Mai 2010Meditation
Ein Meister sah einen Schüler, der sehr eifrig in der Meditation war. Der Meister sagte: ‘Trefflicher, in welcher Absicht sitzt du da in Meditation?’ Er antwortete: ‘Ich will ein Buddha werden.’ Da nahm der Meister einen Ziegel und begann, ihn vor der Klause auf einem Stein zu reiben. Der Schüler fragte: ‘Was tut der Meister da?’ Der Meister sprach: ‘Durch das Reiben mache ich diesen Ziegel zu einem Spiegel.’ Der Schüler : ‘Wie kann durch das Reiben der Ziegel zu einem Spiegel werden?’ Der Meister sprach: ‘Wie kann einer durch Hocken in der Meditation ein Buddha werden?’” (Zit. n. Merton)
„Es lässt sich auf mancherlei Weise erklären, was Meditation ist, was sie bewirkt und wie sie funktioniert. Mit Meditation, sagen manche, lässt sich der Entspannungsreflex auslösen. Meditation, sagen andere, schult das bewusste Gewahrsein; sie ist eine Methode der Ausrichtung und Zentrierung des Ich, sie hält das endlose verbale Denken an und entspannt Körper und Geist; sie beruhigt das Zentralnervensystem; sie mindert Stress, verleiht Selbstwertgefühl, verringert Angst und lindert Depression. All das trifft zu und wurde klinisch bestätigt. Ich möchte aber hervorheben, dass Meditation an sich eine spirituelle Praxis ist und immer war. Sie mag christlich, buddhistisch, hinduistisch, taoistisch oder muslimisch sein – immer ist sie der Weg der Seele nach innen, wo sie schließlich ihr Einssein mit dem Göttlichen findet. „Das Reich Gottes ist in Euch” – und Meditation ist von ihren Ursprüngen an stets der Königsweg zu diesem Reich gewesen. Was auch immer die Meditation zu leisten vermag, sie ist zuerst und vor allem die Suche nach dem inneren Gott” (Ken Wilber).
Frühling
14. Mai 2010Vor vielen Jahrhunderten
22. März 2010
Vor vielen Jahrhunderten,
als man noch große Kirchen und Kathedralen erbaute,
fragte ein Passant einen Maurer, der an einer neuen Kathedrale arbeitete, was er da tue.
“Sehen Sie doch. Ich maure”, sagte dieser mürrisch.
Ein anderer Maurer antwortete stolz:
“Ich baue eine Kathedrale”.
Beide Maurer haben recht und doch fühlen sich beide unterschiedlich.
Wie wir das sehen und beschreiben, was wir tun,
hat einen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen.
Wir können eine Tätigkeit als ein notwendiges Übel ansehen
oder als eine Möglichkeit, etwas zu lernen oder gar als Herausforderung.
Unbekannte Quelle
Eine alte Weisheit
22. März 2010Eine alte Weisheit
von Ralf M. Hiltmann
Achtsamkeit ist eine der ältesten Methoden, mit denen Sie Ihr Wohlbefinden, Ihr Glück und Ihre Lebensfreude steigern können. Achtsamkeit bedeutet, sich seiner Erfahrungen in jedem Augenblick bewusst zu werden.
Die meisten Menschen leben nicht in der Gegenwart. Entweder sind sie mit alten Dingen aus der Vergangenheit beschäftigt oder sie sorgen sich um die Zukunft. Sie genießen das Leben nicht besonders, weil sie es unterwegs so häufig verpassen. Leben ist alles das, was wir versäumen, während wir andere Pläne schmieden. Wir ziehen es vor, im Urlaub viele Fotos zu machen, um sie uns dann daheim anzuschauen – wie Erfahrungen aus der Konserve -, anstatt das, was wir auf die Platte bannen, jetzt, unmittelbar, zu erleben.
Es gibt eine Menge an Ratgebern und Büchern, Methoden und Techniken, durch die Wohlbefinden und Glück im Leben erreicht werden sollen. Doch durch Techniken allein lassen sich die Schwierigkeiten und der Stress im Leben nicht bewältigen. Es ist weniger wichtig, was Sie tun, viel wichtiger ist es, wie Sie es tun. Mit diesem Buch und der darin vorgestellten Zen Power©-Methode möchte ich Sie ermutigen, die Qualität Ihrer Erfahrung als brauchbaren und einzigartigen Gradmesser eines glücklichen und gesunden Lebens zu betrachten. Der Weg dazu ist Achtsamkeit.
Achtsamkeit ist das Herz der Zen Power©-Methode
Eines Tages fragte ein Mann den Zen-Meister Ikkyu: “Meister, wollt Ihr mir bitte einige Grundregeln der höchsten Weisheit aufschreiben?” Ikkyu griff sofort zu Pinsel und Papier und schrieb: “Aufmerksamkeit”. “Ist das alles?”, fragte der Mann. “Wollt Ihr nicht noch etwas hinzufügen?” Ikkyu schrieb daraufhin: “Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit.” “Nun”, meinte der Mann ziemlich gereizt, “ich sehe wirklich nicht viel Tiefes oder Geistreiches in dem, was Du gerade hinzugefügt hast.” Da nahm Ikkyu den Pinsel und schrieb: “Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit.” Verärgert wollte der Mann nun wissen: “Was bedeutet dieses Wort ¸Aufmerksamkeit’ überhaupt?” Und Ikkyu antwortete sanft: “Aufmerksamkeit bedeutet Aufmerksamkeit.”
Achtsamkeit bedeutet, dass Sie mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit völlig bei dem sind, was Sie gerade tun. Was immer Sie gerade tun, können Sie mit völliger Präsenz tun. Beim Gehen können Sie jeden einzelnen Schritt bewusst spüren, wenn Sie sitzen, dann spüren Sie, wie Sie sitzen, am Computer können Sie spüren, wie Sie die Tasten mit jedem Ihrer Finger anschlagen – alle großen und kleinen Alltagshandlungen lassen sich achtsam ausführen, was zu Entspannung und Gelassenheit führt und Ihr Gefühl von Lebendigkeit stärkt. Achtsames, konzentriertes Handeln führt zu einem effektivem Umgang Ihrer Kräfte und Energien und läßt Sie den Arbeitsalltag weniger erschöpft erleben.
Ein großer Gelehrter fragte einst einen Zen-Meister, wie er Achtsamkeit im Leben übe. “Ganz einfach”, antwortete dieser, “wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich arbeite, dann arbeite ich, und wenn ich schlafe, dann schlafe ich”. “Aber das machen doch alle”, entgegnete der Gelehrte ihm, “was soll daran denn so besonderes sein?” “Das stimmt nicht,” hielt der Meister ihm entgegen, “die meisten Menschen sind beim Essen mit ihren Gedanken ganz woanders, bei der Arbeit denken sie an den Feierabend, und in der Nacht finden sie keine Ruhe, weil sie an den nächsten Arbeitstag denken müssen.”
Konzentriertes Handeln, d. h., all die vielen kleinen Gewohnheiten des täglichen Lebens bewusst zu erfahren, bewusst zu tun, bewusst zu erleben, präsent zu sein in jeder Handlung, in jeder Bewegung, mit Körper, Geist und Seele – das ist Zen-Power©.
Ich möchte Sie dabei unterstützen, sich dessen zu erinnern, was Sie bereits wissen, und Ihren Geist für die Schönheit und die Freude wiederzuerwecken, die in jedem Augenblick existieren. Mit der Zen-Power-Methode lernen Sie, wie Sie diesen natürlichen, bei kleinen Kindern völlig selbstverständlichen Zustand der Entdeckerfreude wieder erlangen.
Sehr stark inspiriert zur Zen Power-Methode hat mich der vietnamesische Zen-Meister Thich Nhat Hanh, der neben dem Dalai Lama bekannteste Buddhist in der westlichen Welt. Von Thich Nhat Hanh stammt der Ausspruch:
“Mache jeden Augenblick zum Besten deines Lebens”, was ich auch zum Motto des vorliegenden Buches gewählt habe. Auch die folgende Geschichte, die das Wesen von Achtsameit noch einmal unterstreicht, stammt von ihm:
Geschirrspülen ist unangenehm? Diese Idee kann aus meiner Sicht nur aufkommen, solange du es nicht selbst machst. Wenn du erst vor der Spüle stehst, die Hemdsärmel hochgerollt und die Hände im warmen Wasser, ist es wirklich nicht so schlecht. Ich genieße es, mir die Zeit für jedes Stück zu nehmen und das Stück, das Wasser und jede Bewegung meiner Hände genau wahrzunehmen. Ich weiß, daß wenn ich mich beim Spülen beeile, weil ich danach eine Tasse Tee trinken will, die Zeit des Spülens unangenehm und nicht lebenswert ist. Das wäre schade, weil jede Minute, ja jede Sekunde des Lebens ein Wunder ist. Das Geschirr selbst und die Tatsache, daß ich es hier spüle, sind Wunder! Jede Schale, die ich wasche, jedes Gedicht, das ich verfasse, jede Glocke, die ich tönen lasse, ist ein Wunder, und jedes hat exakt den gleichen Wert. Als ich eines Tages eine Schale spülte, fühlte ich, daß meine Bewegungen so heilig und respektvoll waren, als ob ich einen neugeborenen Buddha badete. Wenn er das hier lesen könnte, würde er sich sicher darüber freuen und wäre überhaupt nicht beleidigt, mit einer Schale verglichen zu werden.
Jeder Gedanke, jede Tat wird im Licht der Achtsamkeit geheiligt. In diesem Licht gibt es keine Grenze mehr zwischen dem Heiligen und dem Profanen. Ich muß zugeben, daß ich bißchen länger für den Abwasch benötige, aber ich lebe voll in jedem Moment, und ich bin glücklich. Spülen ist gleichzeitig ein Mittel und ein Ziel: wir spülen, um sauberes Geschirr zu haben, aber auch, nur um zu spülen, um jeden Moment voll zu leben, während wir spülen.
Wenn ich unfähig bin, mit Freude zu spülen, wenn ich den Abwasch so schnell wie möglich hinter mich bringen will, weil ich gehen und Tee trinken will, werde ich genauso unfähig sein, den Tee zu genießen. Mit der Tasse in der Hand werde ich darüber nachdenken, was ich als nächstes tue, und der Duft und das Aroma des Tees wird zusammen mit dem Vergnügen des Trinkens verloren sein.
Ich werde immer in die Zukunft gezogen werden, und nie das Leben hier und jetzt leben können.
Die vier Bewusstseinszustände des Menschen
12. März 2010Die vier Bewusstseinszustände des Menschen
1. Schlaf
2. Wachsein
3. Bewusstsein seiner selbst
3. Objektives Bewusstsein
Schlaf und Zustand des pseudo-bewussten Wachseins
Aus einer gewissen Sicht heraus kann man sagen, dass der Mensch vier Bewusstseinszustände kennt. Zunächst den Schlaf, mit oder ohne Träume. Im Schlaf gibt es manchmal kurze Augenblicke, in denen man ein wenig bewusst ist: im Traum. Diese Bewusstseinsmomente sind selten, wer einen sehr tiefen Schlaf hat, wird sich an sie kaum noch erinnern. Aber diese Bewusstseinsblitze gibt es, sie sind die erste Stufe des Bewusstseins.
Die zweite Stufe ist der Zustand des pseudo-bewussten Wachseins. Wie haben jetzt gesehen, dass wir in diesem Zustand eigentlich schlafen. Sie sitzen beispielsweise schlafend da und hören dem zu, was ich erzähle. Man schläft sich selbst gegenüber, statt sich seiner selbst bewusst zu werden.
Man sagt, die Meditation sei der schnellste Weg, um die Kenntnis seiner selbst zu erlangen. Warum? Weil man dann nichts anderes tut, als sich seiner selbst bewusst zu werden, und diejenigen, die sich darin üben, wissen, wie schwer es ist, denn man lässt sich ständig ablenken: Etwas tut weh, ein Gedanke kommt, und noch einer und noch einer, dann kommt irgendeine Empfindung und man verliert sich selbst, anstatt seiner Haltung, seiner Atmung, ganz einfach des Lebens und der Tatsache bewusst zu sein, dass man da ist. Sogar wenn man niemandem zuhört, nichts tut, ist man fast unfähig, sich seiner selbst bewusst zu sein.
Dritter Bewusstseinszustand: das relative Bewusstsein Wissen, dass man existiert
Durch die Meditation und durch die Übung dessen, was wir gerade eben gemacht haben – seiner selbst etwas bewusst werden – gelangt man nach und nach, wenn diese Übungen regelmäßig und mit Ausdauer betrieben werden, in den dritten Bewusstseinszustand: das relative Bewusstsein. Tatsächlich ist das der Beginn des geistigen Weges. Es ist der Beginn des Geistes in uns. In der Esoterik nennt man diese Übung, die uns von Zeit zu Zeit unser Selbst, unsere Atmung, unsere Haltung, all das, was wir zu diesem Augenblick sind, bewusst macht, die Selbsterinnerung – sich klarmachen, dass man lebt, sich dessen bewusst sein, es wissen.
Das objektive Bewusstsein: ein vollkommenes Bewusstsein sich selbst und der Welt gegenüber
Wer dieses relative Bewusstsein erreicht, der gelangt eines Tages zu dem, was man das objektive Bewusstsein nennt. Das ist schon der Zustand des Eingeweihten. Er beinhaltet, ständig seiner selbst bewusst zu sein und gleichzeitig beispielsweise zuhören zu können, also der äußeren Welt gegenüber aufmerksam zu sein. Wer in das objektive Bewusstsein gelangt, ist vollkommen seiner selbst bewusst, viel mehr noch als Sie es in Ihren besten Augenblicken sind. Er ist sich aller seiner Organe, all seiner Sinne bewusst und kann sich gleichzeitig auf etwas konzentrieren, ohne sich darin zu verlieren.
Die sieben Menschentypen:
1. der gewöhnliche physische Mensch
2. der gewöhnliche emotionale Mensch
3. der gewöhnliche intellektuelle Mensch
4. der Schüler
5. der Eingeweihte (Bewusstsein seiner selbst)
6. der Große Eingeweihte (objektives Bewusstsein)
7. Bodhisattwa
Vom Zustand des gewöhnlichen Menschen zu einem Menschen, der beginnt, den Geist in sich zu entwickeln Mehr Wissen und Sein durch die Kenntnis seiner selbst
Mit Hilfe dieser vier Zentren (intellektuelles, emotionales, instinktives und motorisches Zentrum) und der vier Bewusstseinsstufen, kann man sieben Menschentypen definieren. Die ersten drei sind der intellektuelle, emotionale und physische Mensch. Sie sind untereinander immer etwas verstrickt. Der Mensch ist bei seiner Geburt vielleicht etwas intellektueller, emotionaler oder physischer. Das ist das Stadium des gewöhnlichen oder natürlichen Menschen. Der eine wird mehr durch die Überlegung geleitet, der andere ist mehr seinen Emotionen und Gefühlen unterworfen, der dritte wird durch alles Physische beeinflusst. Dieser gewöhnliche Mensch, gleichgültig, ob er physisch, emotional oder intellektuell veranlagt ist, kann eines Tages ein Mensch des vierten Typus werden, ein Mensch, der auf dem Weg ist etwas zu werden, das mehr ist als das Gewöhnliche. Er kann ein Mensch werden, der beginnt, auf einem Weg, der ihn zum Bewusstsein seiner selbst führt, den Geist in sich zu entwickeln: durch die Übung der Selbsterinnerung, der Selbstbeobachtung, der Selbsterkenntnis und durch das Erlangen eines bestimmten Wissens, eines Wissens wie das hier vermittelte. Wissen und zugleich Kenntnis seiner selbst: Das sind die beiden wichtigen Pole, die gleichzeitig geübt werden müssen. Man muss lernen, einer Unterrichtung zu folgen und zugleich selbst mehr werden, mehr sein. Und um mehr zu sein, muss man “mit sich” sein.
Zum Zustand der Eingeweihten, Großen Eingeweihten, Bodhisattwas
Der Mensch, der auf diesem Weg ist, kann eines Tages das überschreiten, was man die “Schwelle der Einweihung” nennt und dann ein Mensch des fünften Typus werden, das heißt, vollständig seiner selbst bewusst sein. Er kann sich noch darüber hinaus weiterentwickeln und ein großer Eingeweihter und schließlich ein Mensch des siebten Typus, ein Bodhisattwa, ein Buddha werden, das heißt jemand, der die spirituellen Entwicklungsphasen überwunden hat.
Frage: Handelt es sich darum sich, sich selbst gegenüber zu stellen oder seinen Geist zu suchen?
Seinen Geist entwickeln – hier und heute
- Wenn Sie diese Arbeit machen, suchen Sie nicht Ihren Geist, sondern Sie werden dieser Geist. Sie entwickeln Ihren Geist selbst. Ich habe Ihnen früher erklärt, dass der Mensch den Geist nur im Keimstadium besitzt. Die Natur, die Evolution, hat ihn zu diesem Stadium geführt, und wenn er nicht selbst den Entschluss fasst, diesen Keim zu entwickeln, um ihn zur Existenz zu führen, dann wird der Mensch nicht mehr sein.
Die Arbeit beginnt natürlich durch das Erlangen eines Wissens, aber auch durch die Selbstbeobachtung, durch die wahre Eigenerkenntnis. Sie können sich nicht gestern kennen, gestern ist vorbei. Sie können sich auch nicht morgen kennen, sondern nur hier und jetzt. Nur dann lernen Sie sich selbst kennen, nur dann geben Sie dem Geisteskeim wahrhaft Leben.
Frage: Ist dieser Geist derselbe, den wir durch unsere vorherigen Inkarnationen mitgeführt haben?
- Der Keim ist derselbe. Er geht von dem einen physischen Körper in den nächsten über, aber er ist nichts, wenn Sie ihn in diesem Zustand lassen.
Zuhörer: In einem anderen Leben hatte er aber doch vielleicht Form angenommen.
Wissen Sie, was in einem anderen Leben gewesen ist, das hat für heute keinerlei Bedeutung mehr, wenn man nichts daraus macht. Es gibt Menschen, die durch Nachforschungen in vergangenen Leben entdeckt haben, dass sie ein großer Heiliger, ein König oder ein Weiser waren, aber heute absolut hirnlos sind. Wir sind heute, was wir hier und jetzt sind, und nicht mehr. Was wir hier und jetzt sind, das ist die Konsequenz all dessen, was wir irgendwann gewesen sind. Aber wir sind nur das, was wir heute sind: entweder jemand intelligentes, offenes, oder ein völlig stumpfsinniger Mensch, auch wenn wir in der Vergangenheit ein großer Weiser, ein Heiliger oder ein Wissenschaftler gewesen sind. Verstehen Sie das?
Zuhörer: Nein, weil es ein Rückschritt ist.
Ein Fortschritt, der von der Anstrengung abhängig ist Wer nicht vorwärts kommt, fällt zurück
- Wenn Sie nichts dafür tun, um voranzukommen, fallen Sie zurück. Jemand, der keinen Fortschritt macht, entwickelt sich zurück. Frage: Sogar der Geist?
- Insbesondere der Geist. Man kommt nicht immer vorwärts, so einfach ist es nicht. Nur wer die Anstrengung aufbringt vorwärts zu kommen, die Zusammenhänge zu verstehen und sich ein wenig selbst kennen lernt, nur der wird Fortschritte machen. Wer dies nicht tut, bleibt da, wo ihn die Natur hingeführt hat, und er wird von der Entwicklung überrollt, er macht wirklich Rückschritte und ist überfordert. Lange Zeit wurde die Menschheit mit schönen Illusionen ruhig gehalten. Die Religion konnte nur aus dem Grund “Opium für das Volk” genannt werden, weil man das Bewusstsein des Menschen eingeschläfert hat, indem man ihm sagte, dass er so oder so Fortschritte mache. Aber so ist es nicht.
Frage: Wer führt uns jetzt, in unserem Schlafzustand? Hin- und hergeworfen zwischen unseren zahlreichen Ich
- Sobald Sie Ihr Ich oder Ihren Geist entwickelt haben, wird dieser Sie führen. Was Sie heute führt? Zahlreiche Ichs: manchmal das intellektuelle Ich, zu anderen Zeitpunkten das emotionale, das instinktive oder motorische Ich, ohne alle anderen zu nennen, die Wünsche, die in Ihnen auftauchen, die kommen und gehen. Jedes Mal ist es ein anderes Ich, und manchmal lassen Sie eins dieser Ichs, das nur ein kleiner Teil von Ihnen ist, Dinge von großer Wichtigkeit entscheiden, so hin- und hergeworfen sind Sie zwischen Ihren vielen kleinen Ichs, da Sie im Moment nur viele kleine und nicht ein wahres Ich haben. Sie haben in sich kein Zentrum, da Sie keines geschaffen haben. Sie haben alle anderen Ichs nicht entfernt, die Sie gar nicht wirklich sind.
Quelle: “Die spirituelle Psychologie” von einem der wenigen lebenden Lehrer dieses Systems: Selim Aissel ISBN: 3-935312-04-0
(Selim Aissel)

























